Osttiroler Unternehmen im Portrait:

Autforce Vision Systems GmbH

Vor allem die Automobil- und die Lebensmittelindustrie setzen im Sinne von Prozessoptimierung, Steigerung der Ausfallssicherheit, automatisierter Qualitätssicherung sowie Rückverfolgbarkeit auf visuelle Systeme. Die Firma Autforce Vision Systems GmbH, ein junges Unternehmen mit Firmensitz in Osttirol, hat sich erfolgreich auf dem Markt der industriellen Bildverarbeitung etabliert.

Nahezu jedes produzierende Unternehmen hat die Verpflichtung, seine Produkte auf Qualität zu kontrollieren. Das kann das Vermessen von Bauteilen betreffen oder die Kontrolle von Vollständigkeit, wenn Teile zusammengebaut werden, Toleranzen, genauso wie die Beschaffenheit von Oberflächen. "Kamerasysteme haben den Vorteil, dass sie eingelernte Kriterien immer gleich bewerten und es oft durch die Produktionszykluszeit auch gar nicht möglich wäre, diese Kontrolle von Menschen durchführen zu lassen", erklärt Geschäftsführer Stefan Perg. Anhand eines Beispiels aus der Getränkeindustrie kann man sich das gut vorstellen: "Da werden bis zu 350 Dosen

in der Minute abgefüllt. Bei diesen soll beispielsweise der Dosen- oder Flaschenaufdruck, die Verschlusskappe und noch andere Kriterien überprüft werden. Ein Kamerasystem ist in der Lage in ein paar Millisekunden diese Prüfungen durchzuführen und fehlerhafte Dosen/Flaschen auszusortieren", präzisiert der Geschäftsführer.

Eine weitere Kernkompetenz der Autforce Vision Systems GmbH liegt im Bereich der IDENTIFIKATION und des LASERMARKINGS, welche mit der Rückverfolgbarkeit von Produkten zusammenhängen. Die allermeisten Produkte werden mit einem

1D oder 2D Code versehen, um sowohl dem Kunden als auch dem Hersteller die Möglichkeit zu geben, Informationen weiterzugeben bzw. zu wissen, wo sich diese Produkte befinden. "Rückverfolgbarkeit wird durch diese Codes gewährleistet. Wir liefern die Geräte, die für das Lesen dieser Codes benötigt werden. Beim Lasermarking geht es dagegen um das Aufbringen dieser Informationen. Das können Texte, Codes, Logos oder Grafiken sein", so Perg. Mittels dieser Markierungslaser können Materialien wie beispielsweise Kunststoff, Metall, Glas oder Leder direkt beschriftet werden. Der Vorteil gegenüber z.B. Etiketten, ist, dass sich die Beschriftung nicht ablösen lässt und meist auch robuster ist. Gegenüber den Methoden der Tintenbeschriftung oder des Nadelprägens bringt das Lasermarking den Vorteil, dass der Wartungsaufwand wesentlich geringer ist und auch keine Verbrauchsmaterialien notwendig sind.

FIRMENSTANDORT MIT MEHRWERT

Perg hat die Autforce Vision Systems GmbH im Februar 2014 gemeinsam mit seinem Kollegen Markus Piffer gegründet. "Wir waren bereits vor der Firmengründung gemeinsam in einem Unternehmen in Niederösterreich tätig und haben dabei festgestellt, dass unsere Zusammenarbeit sehr zielorientiert, produktiv und harmonisch verläuft", erklärt Perg den Entschluss, als gleichberechtigtes Unternehmerduo durchzustarten. Die Wahl des Firmenstandorts sei ursprünglich eine Bauchentscheidung gewesen, denn die Ehefrauen stammen aus Osttirol. "WIR SCHÄTZEN DIE HOHE LEBENSQUALITÄT IN DER REGION, sind beide sportlich und gerne in der Natur. Außerdem wachsen unsere Kinder in einem Umfeld auf, wo sie sich frei bewegen und die Natur erleben können", fasst Perg den Mehrwert des Firmenstandorts Osttirol zusammen. Herausragend sei auch die Unterstützung und Förderung von diversen Institutionen Organisationen wie Osttiroler Wirtschaftspark, Wirtschaftskammer, INNOS GMBHsowie die Kooperation mit regionalen Unternehmen im Bereich Mechatronik, die nach Meinung des Unternehmers großes Potenzial bergen.

BEST PRACTICE IN DER INDUSTRIELLEN BILDVERARBEITUNG

Stärkster Treiber der Bildverarbeitung und Kennzeichnung sind die Automobil- und Lebensmittelindustrie. Themen wie 100% QUALITÄTSKONTROLLE und RÜCKVERFOLGBARKEITsind aus der Produktion nicht mehr weg zu denken. Darüber hinaus gibt es aber auch Branchen, deren Bedarf an individuellen Lösungen steigt, allen voran der Maschinenbau und Automatisierungsunternehmen.

Ein entscheidendes Puzzleteil für den raschen Unternehmenserfolg waren Großaufträge im Bereich der INDUSTRIELLEN BILDVERARBEITUNG, z. B. für die Firmen Stölzle Oberglas, Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH und Lorenz Pan AG aus Südtirol.

Für die Firma Stölzle sollten die Verpackungseinheiten auf Vollständigkeit und Packmuster auf mögliche (gefährliche) Glasbrüche und Fremdkörper kontrolliert werden. "Da die Flaschen in den Pharmabereich gehen, müssen solche Fehler erkannt werden, um sicherzustellen, dass keine fehlerhaften Flaschen zum Kunden kommen. Wir haben eine bestehende Anlage neu geplant und installiert, da diese die Fehler nicht zufriedenstellend erkennen konnte und auch nicht die Vielfalt der möglichen Flaschen abdecken konnte", so der Geschäftsführer.

"Wir möchten im Bereich der BILDVERARBEITUNG und LASERKENNZEICHNUNG eine Unternehmensgröße von 5-10 Mitarbeitern erreichen und als ein zuverlässiger Partner für Lösungen in diesen Bereichen in Österreich und angrenzenden Ausland (Deutschland, Südtirol, Slowenien) gelten", skizziert Perg den weiteren Weg des Unternehmens, welches das Jahr 2017 voraussichtlich mit knapp 500.000 EUR Umsatz abschließen und damit den Umsatz gegenüber 2016 nahezu verdoppeln wird. Gut ausgebildete Mitarbeiter/-innen zu finden wird eine der leichteren Übungen: "Fachkräfte mit einer sehr guten Ausbildung in der PHTL und seit kurzem im Universitätsstudium Mechatronik sind in Osttirol unmittelbar vor Ort", so Perg abschließend.

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