VIELSEITIGER THYMIAN MIT HEILENDEN KRÄFTEN

Vielen ist der THYMIAN, VOLKSTÜMLICH AUCH QUENDEL GENANNT, als Gewürz besonders in der mediterranen Küche bekannt. Doch der Thymian ist viel mehr als nur ein schmackhaftes Gewürz. Er ist eine vielseitige Heilpflanze, dessen heilende Wirkung seit Jahrtausenden bekannt ist. Er kann als Tee, Creme oder als Auflage in Verbindung mit Kompressen verwendet werden.

Allgemeines: Der echte Thymian (Thymus vulgaris) ist unter zahlreichen Namen bekannt wie Demut, Gartenthymian, Immenkraut, Kuttelkraut oder Suppenkraut. In Österreich gibt es den Arznei-Quendel (Thymus pulegiodes) und den Österreich-Quendel (Thymus odoratissimus). Er gehört zu der Familie der Lippenblütler. Die strauchartige Pflanze kommt in Europa im mediterranen Raum, dem Kaukasus und in den Alpen vor. Der Halbstrauch wird zwischen 10 und 40 cm hoch, besteht aus ästigen, aufrechten, unten verholzten Stengeln, an denen kurzgestielte, länglich spitze, an der Unterseite filzig behaarte Blätter mit eingerolltem Rand sitzen. Die kleinen Blüten können rötlich bis rot, aber auch weiß oder blassviolett sein. Blütezeit ist zwischen Mai und September. Der Quendel ist an sonnigen und trockenen, manchmal gar etwas steinigen Stellen zu finden.

Geschichte: Schon in der Antike war der Quendel wegen seiner HEILENDEN KRAFT bekannt. In dem Wort Thymian steckt der griechische Begriff "Thymos", was Geist oder Mut bedeutet. Das Heilkraut war so wertvoll, dass es den Göttern geopfert wurde. Die Benediktiner sorgten im 11. Jahrhundert dafür, dass die Pflanze auch nördlich der Alpen heimisch wurde. Als eine der ersten beschrieb HILDEGARD VON BINGEN (1098 bis 1179), die das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der VOLKSMEDIZIN zusammenbrachte, die heilende Wirkung und Anwendung bei HUSTEN UND LUNGENERKRANKUNGEN. Im Alpenraum brauten die Bergbauern zur Stärkung Tee aus Quendelblättern, die sie bei ihrer harten Arbeit auf den Almen fanden. Seit jeher ist der Thymian auch im Volksglauben verankert. So ist er heute noch eines von neun Kräutern, die an Maria Himmelfahrt zum Schutz von Haus und Familie zu einem Kräuterstrauch zusammengebunden werden.

Wirkung: An INHALTSSTOFFEN finden sich vor allem ÄTHERISCHE ÖLE. Die Hauptbestandteile des Thymian sind Thymol (25 bis 50%), Carvacrol (3 bis 15%), p-Cymen, Borneol sowie Linalool. Das Öl hat eine entzündungshemmende, antibakterielle Wirkung. Thymian wirkt zudem bei krampfartigen Bronchialerkrankungen und festsitzendem Husten sekretlösend. Wenn man Thymiantee länger ziehen lässt, lösen sich vermehrt Gerbstoffe, die bei Durchfall helfen. Deshalb kann Quendel gut bei Gastritis eingesetzt werden. Aufgrund seiner ätherischen Öle hat das Heilkraut eine wärmende Wirkung. Es wirkt DESINFIZIEREND, PILZHEMMEND UND SÄUBERND. Daher kann Thymian bei Akne, allgemein unreiner Haut oder gar Fußpilz Anwendung finden.

Anwendung: Wegen seines ausgezeichneten Geschmacks wird Quendel gern in der Küche verwendet. Dabei trägt er neben der Verfeinerung von Speisen auch zur verbesserten Verdauung bei. Als Tee aufgegossen hilft Thymian bei Atemwegserkrankungen. Als Tinktur zubereitet hilft das Heilkraut mit ein paar Tropfen bei krampfartigen Hustenanfällen. Bei unreiner Haut oder entzündeten Hautstellen helfen Kompressen, die entweder mit Tee oder mit verdünnter Tinktur getränkt wurden. Ferner können die getrockneten Blätter des Quendels zu Pulver gestoßen werden. Das Pulver wird dann entweder mit Öl vermengt oder zu Cremes verarbeitet. So lassen sich erkrankte Hautpartien besser behandeln. Auch für die Schönheit und zur allgemeinen Entspannung der Gesichtshaut ist eine Creme mit Thymianextrakten geeignet.

Doch sollte man von der Anwendung konzentrierter Tinktur bei äußerlichen Behandlungen unbedingt absehen. Es kann zu Hautreizungen kommen.

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