UNTERNEHMERPORTRAIT:

BRÜDER UNTERWEGER GES.M.B.H.

ERSTE TIROLER LATSCHENÖLBRENNEREI

Die erste Tiroler Latschenölbrennerei entwickelte sich vom kleinen Familienbetrieb zum Osttiroler Leitbetrieb. Heute entstehen im Osttiroler Pustertal Biokosmetik-Serien von internationalem Ruf.

Robust, genügsam und widerstandsfähig wächst die Zirbe ab 1.400 Metern aufwärts - höher hinauf als andere Bäume. "Das Öl frischer Zweige und Nadeln wird seit jeher als bewährtes Hausmittel geschätzt, um Körper und Seele wieder in Balance zu bringen", erklärt MICHAEL UNTERWEGER von der Latschenölbrennerei Unterweger in Assling. Kosmetikprodukte mit Zirbenöl aus biologischem Anbau sind seit einigen Jahren ein "Dauerbrenner", sagt der Unternehmer im Interview. Im Shop der Unterwegers reihen sich Fläschchen und Dosen mit Zirben Bodylotion, Zirben Badeöl, Zirben Duschgel, Bio Saunaöl Zirbe, Zirben Raumparfum, Zirben Gel und Zirben Einreibung in dunklen Holzregalen aneinander. Ein weiterer Produkttrend, der neu und alt zugleich ist: BIOKOSMETIKPRODUKTE MIT MURMELTIERFETT. Schon seit alters her verwendeten die Alpenbewohner Murmeltierfett, um Gelenke, Haut und Muskeln zu pflegen sowie bei Überbeanspruchung eine wohltuende Erleichterung einzuleiten. Dieses über Jahrhunderte überlieferte Wissen hat die Brüder Unterweger Ges.m.b.H. aufgegriffen und in den Laboren eine eigene Biokosmetikserie mit Murmeltierfett entwickelt.

Die Öle, die zur Herstellung der Biokosmetikprodukte verwendet werden, stammen aus 100% biologisch angebauten Blüten und Rohstoffen. Im Fall der Murmeltier-Serie von freilebenden Murmeltieren, die gemäß Abschussplan erlegt werden. So verlangt es der Kodex des Österreichischen Lebensmittelbuches, dem das Unternehmen verpflichtet ist. Zum größten Teil werden die Rohstoffe in Ost-, Süd- und Nordtirol angebaut. Auf die BIOZERTIFIZIERUNG nach dem Österreichischen Lebensmittelgesetz ist Unterweger stolz: "Die Begriffe 'Biokosmetik' und 'Naturkosmetik' legen nahe, dass ROHSTOFFE AUS NATÜRLICHER QUELLE bzw. BIOLOGISCHER LANDWIRTSCHAFT für die Herstellung eingesetzt werden. Doch wie viel der Rohstoffe in welcher Qualität eingesetzt werden, hängt allein davon ab, auf welchen Kosmetik-Standard sich das Produkt beruft", so Unterweger. Deshalb liegt ihm die Unterscheidung zwischen Naturkosmetik und Biokosmetik besonders am Herzen.

Das Unternehmen erwirtschaftet zurzeit einen Jahresumsatz von etwa 23 Mio. Euro und exportiert hauptsächlich an den Fachhandel, Drogeriemärkte und Hotels in Deutschland, Südtirol, Slowenien und der Schweiz. Etwa 10% des Jahresumsatzes entfallen auf den Bereich Biokosmetik. Unterweger beschäftigt in seinem Betrieb derzeit rund 50 MITARBEITER, darunter viele auf Kosmetik spezialisierte Fachkräfte, die im Osttiroler Pustertal die Rezepturen für Öle, Gels, Lotionen und Einreibungen entwickeln. Dabei blickt der familiengeführte Betrieb auf eine lange Tradition zurück. Michaels Vorfahren Johann und Ignaz gründeten 1886 die Erste Tiroler Latschenölbrennerei, begaben sich alsbald auf Geschäftsreise und präsentierten ihre Koniferenöle 1889 auf der Weltausstellung in Barcelona. Sie ahnten damals nicht, dass sich ihr Unternehmen 130 Jahre später zu einem Leitbetrieb in der Region Osttirol entwickelt.

In den 70iger Jahren wird mit der MARKE WALDMÄNNLEIN erstmals eine PFLEGESERIE basierend auf garantiert echtem Latschenkieferöl entwickelt, die in den 1990er Jahren einem Relaunch unterzogen wird: Die "MARKE DER NATUR" entsteht. Schritt für Schritt entstehen unterschiedliche Biokosmetik-Serien mit Milch, Honig, Arnika, Ringelblume, Lavendel, Johanniskraut, Kastanie und - wie schon erwähnt - Zirbe und Murmeltierfett.

Biokosmetik wird, so Unterweger, eine Nische bleiben, die es zu bedienen und auszubauen gilt. Der Unternehmer erwartet sich für die Zukunft starke Zuwächse über den Internethandel. Weiters setzt er auf das sogenannte "Experience-Shopping" im Vitalpinum, einem 6.500 m² Wohlfühl- und Erlebnisgarten, der die Natur u. a. mittels Schaubrennerei, Spielpark, Zirbenkraftplatz und Heilkräuterfeld zu einem echten Erlebnis für Groß und Klein macht.

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